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Briefwechsel mit Dr. med. Franjo Grotenhermen

Brief an research&experience, Frank Fuchs von:
Dr. med Franjo Grotenhermen, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e.V.

Stellungnahme zur therapeutischen Aufnahme von Cannabinoiden durch die Heißluftextraktion bzw. Verdampfung: Einzelne Cannabinoide oder natürliche Cannabinoidgemische der Hanfpflanze werden zur arzneilichen Nutzung überwiegend inhalativ oder oral aufgenommen. Die Aufnahme über die Lunge bietet gegenüber der Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt gut erforschte pharmakokinetische Vorteile, darunter insbesondere einen schnelleren Wirkungseintritt, daneben eine leichtere Steuerbarkeit der erforderlichen Dosis durch Titrierung nach der eingetretenen Wirkung, sowie eine größere Bioverfügbarkeit. Die Inhalation der Cannabinoide durch das Rauchen von Cannabisprodukten ist allerdings mit dem Nachteil der Aufnahme von etwa 200 Verbrennungsprodukten, darunter Benzpyrene, Nitrosamine und andere zellschädigende und potentiell krebserregende Stoffe, verbunden, wie sie beispielsweise vom Tabakrauchen oder dem Rauch bei der Verbrennung anderer Pflanzen bekannt sind. Dieser Nachteil wird durch die Heißluftextraktion bzw. das Verdampfen der Cannabinoide unterhalb der Verbrennungstemperatur des Pfanzenmaterials vermieden, so dass mit entsprechenden Inhalatoren die Vorteile der inhalativen Applikation ohne die Nachteile des Rauchens genutzt werden können. Die ACM sieht daher in der Entwicklung und Verbreitung solcher Inhalatoren eine sehr begrüßens- und unterstützenswerte Initiative.
Köln, den 11. August 1999