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Winterkräuter im Vaporizer

Eine heilsame Anleitung
Autor: Frank Fuchs

Wie jedes Jahr haben im Winter die Erkältungskrankheiten Hochkonjunktur. Ein alter Spruch besagt, dass eine Grippe eine Woche dauert, wenn man sie im Bett kuriert. Nimmt man Medikamente, dauert die Grippe sieben Tage...Gerade eine Virusinfektion vermag auch die mit Pharmazeutika großzügig umgehende Schulmedizin wenig bis fast gar nichts auszurichten. Wenigsten lindern kann man aber die schlimmsten Symptome. Nun bietet Mutter Natur einiges an Kräutern, die das auch können.

Inzwischen weiß wohl jeder, was ein Vaporizer ist. Dass gute Vaporizer aber nicht nur für Spaßzwecke genutzt werden, ist weniger bekannt. Wir stellen ein Gerät her, dessen Nutzen uns im Selbstversuch überzeugt hat. Für den medizinisch-ideologischen Überbau mögen andere sorgen. Unsere befähigten und berufenen Autoren von „Phyto-Inhalation“ (Der Grüne Zweig 218, ISBN 3-922708-36-6), Bert Marco Schuldes und Richi Moscher, können und dürfen sich auf ihre fundierten Forschungen stützen. Besonders wichtig ist, dass die Heilkräuter bei bestimmten Temperaturen vaporisiert werden. Die Wirkstoffe haben sehr unterschiedliche Siedepunkte. Es könnte durchaus sein, dass sich Stoffe bei zu hohen Temperaturen zersetzen, andere bei zu niederen gar nicht freigesetzt werden.

Ich berichte gerne, welche Erfahrungen unsere Gruppe mit dem Vaporizen hatte und hat. Als Laien haben wir zahlreiche Selbstversuche unter Aufsicht befreundeter Ärzte durchgeführt. Aufgrund dieser Erfahrungen ist die Bekämpfung meiner normalen Wintergrippe kein Problem mehr.

Das Vaporisieren von Heilkräutern, wofür Bert Marco Schuldes den prägenden Begriff „Phyto-Inhalation“ fand, hat seine Grundlagen in der Phyto-Therapie. Phytos ist der griechisch-medizinische Begriff für Heilkräuter. Leider ist die Kräutermedizin oder Phyto-Therapie mehr und mehr von der (profitableren) Medikamenten-Therapie verdrängt worden. Verschiedenste Faktoren werden dafür angeführt. Medizinkräuter seien schwer zu dosieren, da nicht jede Pflanze - je nach Anbauort oder lokalen Bedingungen- den gleichen Wirkstoffgehalt nachweist. Außerdem enthielten Heilpflanzen nicht nur einen Wirkstoff, sondern ganze Gruppen, teilweise von entgegengesetzter Wirkung. Da seien doch die „Monopräparate“ (d.h. chemisch hergestellte Medikamente mit einem isolierten Wirkstoff) wesentlich besser. Auch wird immer wieder bemängelt, dass manche Stoffe aus Heilpflanzen nicht in der aufbereiteten Form vorliegen, (d.h. sie werden vom Körper langsamer verarbeitet als pharmazeutisch aufbereitete Mittelchen).

Nun wird jeder schon gemerkt haben dass z.B. ein Kamillentee nicht die „chemische Keulenwirkung“ hat wie ein Erkältungsmittel aus der Apotheke. Als ich jedoch zum ersten Mal Kamille im Vaporizer probierte, war ich einigermaßen verblüfft. Die Wirkung auf meine wunden Stimmbänder war sofort zu spüren, besser als ich das je mit der etwas unangenehmen Kamillen-Dampfbad-Methode erfahren hatte. Bei einem Großteil von mit Phyto-Pharmaka behandelbaren Symptomen ist der Vaporizer also besser in der Wirkung als herkömmliche Einnahmeformen.

Sicher kann bei der Einnahme von Naturmitteln nicht davon ausgegangen werden, dass an der Pflanze ein Beipackzettel hängt, der die genaue einzunehmende Menge beschreibt. Phyto-Therapie ist eher eine ganzheitliche Erfahrungsmedizin. Das Mitwirken des Patienten, dessen In-Sich-Hineinhorchen, das Begreifen der Zusammenhänge zwischen körperlicher und seelischer Gesundheit, sind unabdingbar. Jeder Benutzer von Vaporizern sollte dies bedenken. „Viel hilft viel“ ist jedenfalls ein falsches Motto.

Ich habe einige aus eigenen und überlieferten Erfahrungen wirksame Kräuter gegen die winterlichen Zipperlein wie Fieber, Erkältung, Husten und Heiserkeit zusammengestellt. Beachtet werden muss immer, dass die verwendeten Heilkräuter „apothekenrein“ sind, d.h. dass Anbau und Verarbeitung medizinisch einwandfrei erfolgt sind. Vorbeugung. Wie wehre ich den Anfängen?

Hier hilft ein alter Indianer-Trick. In der traditionellen nordamerikanischen Medizin spielt der Rote Sonnenhut eine große Rolle. Er wird bei der Wundbehandlung äußerlich aufgelegt und wurde als Aufguss in erheblichen Mengen vor der herbstlichen Büffeljagd getrunken. Echinaceae Angustifoliae Radix (Sonnenhutwurzel, unter diesem Namen in der Apotheke erhältlich) enthält antibakterielle Substanzen und auch Wirkstoffe, die die körpereigene Abwehr entscheidend aktivieren können. Es wird quasi dem Körper Hilfe zur Selbsthilfe gegeben, die im Sommer träge gewordenen Abwehrkräfte werden wieder zu Höchstleistungen stimuliert. Gerade bei „Grippe-Wetter“ sollte der Sonnenhut vorbeugend genommen werden, um dem Körper die Abwehr von Infektionen zu erleichtern. Wissen sollte man allerdings, dass kurz nach der Einnahme, besonders im Vaporizer, erhöhte Temperatur auftreten kann und vorhandene Beschwerden kurzzeitig verstärkt werden. Das ist ein Anzeichen für eine Reaktion des Immunsystems. Falls diese Reaktion nicht innerhalb einiger Stunden nachlässt, könnte eine Überempfindlichkeit oder Allergie vorliegen, und die Behandlung sollte abgebrochen werden. Vom Roten Sonnenhut werden die Wurzeln geerntet und als Heilmittel verwendet.

Linderung. Wie geht es mir besser?

Bei Erkältungen, Husten und Heiserkeit ist immer erprobenswert, auf die in jeder Apotheke erhältlichen Husten- und Bronchial-Teemischungen zurückzugreifen. Nimmt man die im Vaporizer zu sich, wird anders als beim Teetrinken sofort eine Wirkung spürbar. Es gibt sehr verschiedene Mischungen, mein Favorit ist ein Tee mit hohem Anteil an Süßholzwurzel (Liquiritiae Radix), denn er schmeckt so gut nach Lakritze. Wie schon erwähnt, wird nicht jeder die gleiche Wirkung verspüren, der Effekt der Phyto-Inhalation kann bei sensiblen Menschen schon bei sehr geringer Dosis einsetzen. Zu Anfang sollte höchstens die Hälfte der für einen Tee angegebenen Menge inhaliert werden.

Außer meiner Fertigteemischung habe ich gute Erfolge mit der Inhalation einer Mischung von 1 Teil klein geschnittener Gewürznelke (Caryophyllii Fructus), 5 Teilen Petersilienwurzel (Petroselini Radix) und 10 Teilen Muskatellersalbei (Salviae Sclareae Flos.). Ja wirklich, Petersilie! Man mag es kaum glauben aber dies Gewürzkraut hat stark antiseptische Wirkung. Ich habe das in der Ayurveda erfahren, wo man mit Petersilien-Räucherstäbchen Räume sozusagen „keimfrei“ macht. Bei dieser Prozedur werden bis zu 75% der in der Raumluft vorhandenen Bakterien abgetötet. Gleiche Wirkung wird auch den Früchten des Nelkenbaums zugeschrieben. Der Muskatellersalbei wirkt entzündungshemmend, beruhigend und krampflösend wie alle Salbeiarten, hat aber gleichzeitig eine stimmungsaufhellende Komponente, die Bert Marco Schuldes sogar als „leicht berauschend“ empfindet. Gut gewirkt hat diese Mischung auch bei unserem Freund Howard Marks: „Meine Stimme hatte ich verloren, und nun bekam ich auch noch einen Hustenanfall. Ein wirklich fitter Typ, Frank, kam mir zu Hilfe. Einen Pfeifenkopf Salbei saugte ich durch seinen präzisen Vaporizer. Der Hustenreiz war weg, die Stimme wieder da.“ (aus: „Reefer´s Digest“, Edition Rauschkunde ISBN 3-930442-23-X).

Alle Heilkräuter aufzuzählen, die Bert Marco Schuldes im Buch „Phyto-Inhalation“ nennt und ausführlich beschreibt, wäre müßig und würde Seiten füllen. Auf alle Fälle ist es nicht ratsam, sich nach „Hausmitteln“ umzuhören, denn heutzutage gibt es nur noch unzureichende Kenntnis um deren Wirkung und Nebenwirkungen. Ein abschreckendes Beispiel ist Johanniskraut (Hyperici Herba). Wenn nicht bekannt ist, dass bei Anwendungen mit Johanniskraut eine stark erhöhte Empfindlichkeit gegen UV-Strahlung auftritt, kann es tatsächlich zu üblen Sonnenbränden führen (und das ist im Fall Johanniskraut nicht einmal die einzige schwerwiegende Nebenwirkung).

In jedem Fall ist es gut, sich den Ratschlag von Fachleuten einzuholen. Nicht nur Heilpraktiker, mehr und mehr niedergelassene Ärzte und Apotheker sind im Rahmen der Kostenexplosion im Gesundheitswesen bereit, Phyto-Pharmaka zu empfehlen.

Die angenehmsten Kräuterzusammenstellungen sind durch individuelle Erfahrungen am besten zu ermitteln.

Müde, abgespannt? Auch dagegen gibt es ein Kräutlein.
Ein Symptom von Erkältungskrankheiten kann körperliche Mattigkeit sein. Wenn ich mich sehr schlaff fühle und doch mein Pensum durchhalten will, hilft mir eine Kanne starker Earl Grey Tee gut über die Zeit. Ist gleichzeitig der Magen ziemlich nervös, bevorzuge ich den Vaporizer. Beste Erfahrungen habe ich mit Guarana (Pasta Guarana) gemacht. Tee im Vaporizer ist sehr effektiv, aber nur von kurzer Wirkung und kann zu übersteigerter Nervosität führen. Guarana wirkt mindestens genau so anregend und der bronchialerweiternde Effekt von Guarana lässt wieder freier durchatmen. Die Wirkung hält aber länger vor und macht auch kein Herzklopfen, was mir nach einer Kanne, allerdings auch schon nach einem halben Löffel vaporisiertem Tee passiert ist.

Schlaffördernde Kräuter.

Will ich mich den ganzen Tag zur Bettruhe zwingen, um eine Erkältung „auszuschwitzen“, halte ich das meist nicht so einfach durch. Besonders die Nächte kann ich dann nicht mehr schlafen und fühle mich dem entsprechend gerädert. Hiergegen hat Mutter Natur einiges in petto. Die allseits bekannten Baldriantropfen sollen z.B. sehr beruhigend wirken. Bei mir nicht, eventuell bin ich zu dickfellig um Schläfrigkeit nach Einnahme von Tropfen zu spüren. Fülle ich mir Baldrian (Valerianae Radix) in den Vaporizer und inhaliere, ist das etwas anderes: ich fühle mich leicht entspannt, die Glieder sind relaxt, ich kann einfach daliegen und fühle keinen Tatendrang. Meine Einschlafmischung im Vaporizer enthält immer gleiche Anteile von Baldrianwurzel und Hopfendrüsen (Lupuli Glandula). Die eigene Erfahrung zeigt, dass diese Mischung für mich am zufriedenstellendsten ist. Freunde schwören auf Traumgras und mexikanischen Stachelmohn, Bert Marco Schuldes` Palette ist noch wesentlich größer.

Das natürliche Aspirin (ohne ©).

Fieber und Kopfschmerz sind auch so winterliche Begleiterscheinungen. Früher gab es dagegen Weidenrindenaufguss. Die darin enthaltene Salizylsäure wirkt anerkannt fiebersenkend und schmerzlindernd. Allerdings gab es wohl auch Überempfindlichkeitsreaktionen bei Magenkranken, manche Berichte aus dem 19.Jahrhundert behaupten, dass die Salizylsäure selbst die Magenschleimhäute schädigt. Deswegen kam ein cleverer Chemiker aus einem bekannten Pharma-Haus auf die Idee, einen leicht abgewandelten Wirkstoff patentieren zu lassen. Angeblich hat das dann so genannte „Aspirin™“ kaum Nebenwirkungen, der Beipackzettel spricht jedoch Bände. Weidenrinde (Salicis Cortex) ist als Aufguss sehr wirksam. Im Vaporizer tritt die Wirkung noch wesentlich schneller ein. Als fiebersenkendes Mittel wirkt Weidenrinde bei mir sehr gut, gegen Schmerzzustände (ich leide an heftiger Migräne) hilft sie mir allerdings wenig. Da habe ich ein anderes Mittel kennen gelernt, das in Deutschland jedoch nicht gerade zu empfehlen ist... wegen seiner Nebenwirkungen, die da sind Führerscheinentzug, drohende Geld- oder sonstige Strafen, sowie (was meiner Meinung nach das Schlimmste ist) soziale Ächtung: das gute alte „Armeleutskraut“, heute meist Marihuana genannt. Gott sei Dank gibt es zumindest eine kleine Gesetzeslücke. Künstlich hergestellte und vergleichsweise unbezahlbare Mittel wie Marinol oder Dronabinol können nämlich an wirklich Bedürftige verschrieben werden und sind legal (wenn man nicht Auto fährt). Leider zahlt die mehreren Hundert Euro pro Monat keine Krankenkasse, dadurch wird der Wirkstoff THC zu einer nur der Elite erschwinglichen Medizin.

Eine Anmerkung zum Schluss: Zu allen Anwendungen sollte viel Flüssigkeit, bevorzugt Wasser, getrunken werden, teils um die schweißtreibende Wirkung zur Geltung kommen zu lassen, teils um durch Dehydrierung verlorene Flüssigkeit zu ersetzen.